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Kontrolle über Bewegung

Kraft & Beweglichkeit bilden in Kombination eine wichtige Grundalge für einen Alltag frei von Einschränkungen/Schmerzen. Sie ermöglichen es dir dich frei zu bewegen und mittels einer erhöhten Kontrolle über Bewegung das Verletzungsrisiko deutlich zu senken.

Häufig wird eine hohe Beweglichkeit mit einem gesunden/schmerzfreien Leben gleichgesetzt. Bei dem Training der Beweglichkeit ist hier für gewöhnlich von der Erweiterung der passiven Beweglichkeit (das Erreichen einer Position mittels externer Kräfte [vgl. Kadlec et al., 2021]), mittels statischen Dehnmethoden, die Rede.

 

Dies soll u.a. zu einer Vermeidung/Verringerung von Muskelkater oder einer Verminderung des Verletzungsrisikos führen. Allerdings zeigen uns Untersuchungen, dass diese Effekte durch ein statisches Dehnen nicht hervorgerufen werden können (vgl. Herbert et al., 2011; Riese et al., 2021; Lauersen et al., 2014; Thacker et al., 2004).

 

Statisches Dehnen kann sogar einen negativen Effekt auf die Kraftleistung haben (Behm et al., 2015; Simic et al., 2012), sofern danach kein zusätzliches entsprechendes Warm Up Programm durchgeführt wird.

 

In Kombination mit einer Kräftigung kann Beweglichkeilstraining allerdings chronischen Schmerzen entgegenwirken (vgl. Riese et al., 2021; Gross et al., 2015).

 

Womit wir zur aktiven Beweglichkeit (maximal mögliche Bewegungsreichweite die allein durch Muskelkraft hergestellt wird [vgl. Kadlec et al., 2021]), kommen. Da wir diese Bewegungsreichweite allein durch unsere Muskelkraft erreichen, haben wir zu jeder Zeit Kontrolle über die Bewegung. Dies ist wichtig, da wir in einem Bereich in dem wir Kontrolle über die Bewegung ausüben können deutlich mehr vor Verletzungen geschützt sind als in einem Bereich, in den wir uns ohne externe Kräfte garnicht erst hineinbegeben können. Weshalb die Differenz zwischen der passiven und aktiven Beweglichkeit möglichst gering gehalten werden sollte.

 

Um die aktive Beweglichkeit zu verbessern, muss aber wiederum zunächst die passive Beweglichkeit verbessert werden. So bildet die passive Beweglichkeit eine Art Basis für die aktive Beweglichkeit.

 

In Bezug auf Beschwerden/Schmerzen ist es also wichtig dass eine Bewegung aktiv angesteuert werden kann. Denn wenn dies nicht möglich ist wird der Betroffene Ausweichbewegungen durchführen und somit Strukturen belasten, welche für diese Bewegung normal keine Funktion ausüben. Wenn dies nun über einen längeren Zeitraum häufig wiederholt vorkommt, kann dies langfristig zu Problemen führen.

 

Quellen:

 

Behm, David G., Blazevich, Anthony J., Kay, Anthony D. & McHugh, Malachit (2015). Acute effects of muscle stretching on physical performance, range of motion, and injury incidence in healthy active individuals: a systemic review. Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism (41), 1.

 

Gross, Anita; Kay, Theresa M.; Paquin, Jean-Philippe; Blanchette, Samuel; Lalonde, Patrick; Christie, Trevor; Dupont, Genevieve; Graham, Nadine; Burnie, Stephen J.; Gelley, Geoff; Goldsmith, Charles H.; Forget, Mario; Hoving, Jan L.; Bronfort, Gert; Santaguida, Pasqualina L. & Cervical Overview Group (2015). Exercise for mechanical neck disorders. Cochrane Database of Systematic Reviews.

 

Herbert, RD; Noronha, M. & Kamper, SJ (2011). Stretching to prevent or reduce muscle soreness after exercise (Review). The Cochrane Collaboration.

 

Kadlec, Daniel & Matzka, Manuel (2021). Annahmen und Mythen des Dehnens - Beweglichkeitstraining unter der Lupe. Muskuloskelettale Physiotherapie, 25, 9-14.

 

Lauersen, J.B.; Bertelsen, D.M. & Andersen, L.B. (2014). The effectivness of exercise interventions to prevent sports injuries: a systematic review an meta-analysis of ranodmised controlled trials. British Journal of Sports Medicine, 48, 871-877.

 

O’Sullivan, Kieran; McAuliffe, Sean & DeBurca (2012). The effects of eccentric training on lower limb flexibility: a systematic review. British Journal of Sports Medicine.

 

Simic, L.; Sarabon, N. & Markovic, G. (2013). Does pre-exercise static stretching inhibit maximal muscular performance? A meta-analytical review. Scandinavian Journal of medicine & science in sports, 23, 131-148.

 

Riese, Daniel & Kluge, Marcel (2021). Dehnen: Sinn und Unsinn im Kontext evidenzbasierter Therapie. Muskuloskelettale Physiotherapie, 25, 15-18.

 

Thacker, Stephen B.; Gilchrist, Julie; Stroup, Donna F. & Kismey Jr., Dexter (2004). The impact of Stretching on Sports injury risk: a systematic review of the Literature. Official Journal of the American College of Sports Medicine.